Wie lange beschäftigen Sie sich schon mit den "konventionellen Mitteln der bildenden
Kunst", wie Sie sich ausdrücken?
1993 gab mir ein europäischer Kunstwettbewerb den Anlass, mich von meiner
Bleistiftkritzelei zu verabschieden und die Ölmalerei auszuprobieren. Ich gewann den ersten Platz auf Bundesebene und damit auch erstmals die Motivation, mich "ernsthaft" mit Kunst zu beschäftigen.
Sie beschäftigen sich schwerpunktmässig mit dem Stil des "veristischen
Surrealismus". Können Sie Ihre Art zu malen näher definieren?
Meine veristisch-surrealen Bilder entstehen teils aus dem Bauch heraus, d.h. ich geh ohne Idee daran und es malt sich einfach etwas. Teils begegne ich aber auch Situationen, deren surrealen Charakter ich mit Öl sichtbar machen will. Warum soll ein Fisch nicht auch am Himmel schwimmen, wenn dort schon ein Fenster hängt ?
Seit einiger Zeit entferne ich mich aber vom darstellenden Stil und experimentiere mehr mit Material und Technik. Die Bilder in meiner virtuellen Galerie sind daher (bis jetzt noch) nicht meine aktuellsten.
Was ist das für Sie Besondere an der Ölmalerei?
Die Ölmalerei ist für mich der Gegenpol zu meiner beruflichen Tätigkeit,- in Pinselstrichen zu denken anstatt in Pixeln. Als Material bietet Öl mir die Möglichkeit, Schicht auf Schicht zu arbeiten, ich kann es mit allem was mir gerade zwischen die Finger kommt mischen und es birgt durch den langen Trockenprozess immer noch ein bisschen Zufall.
Was bedeuten für Sie Maler wie Max Ernst, Miró und Dali?
Als ich begann mich für Kunst zu interessieren und mir meines eigenen Stils noch nicht
bewusst war, waren es hauptsächlich Werke von Magritte, Dali und Ernst die mich
faszinierten und mich zu Ideen anregten. Von Dali und Ernst interessierte mich die Technik,- Magritte gab mir mit seiner Philosophie den Denkanstoß zum "verantwortungslosen" Malen.
Sie schreiben: "Ein Bild hat so viele Namen, wie es Betrachter hat". Es ist also Ihrer
Ansicht nach falsch, einen Bildtitel zu vergeben, auch nicht als gedankliche Brücke
zwischen Künstler und Betrachter?
Ich meinte damit: MEINE Bilder haben so viele Namen, wie sie Betrachter haben.
Ich will keine visuell verschlüsselte Botschaft in die Welt setzen, ich will nur Freiraum für Phantasie schaffen und vielleicht manchen Leuten zeigen, daß es auch noch Sachen neben Verstand und Logik gibt. Ich denke also nicht, daß es allgemein falsch ist, Bilder zu betiteln, nur für die Mehrzahl meiner Werke wäre ein von mir erteilter Name paradox.
Ein kurzes Interview
